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Infos fr Fachwirte Bro- und Projektorganisation - Info 1/2016
Wie bereits kurz angekündigt, werde ich zukünftig wichtige und interessante Informationen für Fachwirte Büro- und Projektorganisation zunächst hier auf meiner Homepage veröffentlichen. Ich suche also laufend Infos über angebotene Lehrgänge (die auch tatsächlich starten), über Absolventinnen und Absolventen und deren Erfahrung sowie über Einsatzmöglichkeiten.

Weiterhin sollen hier zukünftig auch Lernhilfen (kostenlos oder gegen ein kleines Entgelt) zur Verfügung  gestellt werden, zumal es derzeit am Markt kaum (erlaubte) Hilfsmittel gibt.

Damit möchte ich dazu beitragen, dass diese Weiterbildung die Stellung am Markt erhält, die sie zweifellos verdient hat  - ich bin davon überzeugt, dass diese Weiterbildung zu einer der wichtigsten Angebote für die nächsten Jahre und Jahrzehnte am Arbeitsmarkt werden wird.

Sehr interessant finde ich, wie die Firma Bayer diese Fortbildungen einsetzt und Fortzubildende in laufende Projekte einbindet.

http://www.business-services.bayer.de/de/career/training-at-bbs/aim
https://karriereblog.bayer.de/das-aim-programm-ilka-berichtet-von-ihren-erfahrungen/
geschrieben am 17.10.2016
So motivieren Sie sich selbst!

„Ich kann das nicht!“ - haben Sie sich das selbst schon einmal gesagt? Haben Sie diesen Satz eventuell sogar mehrfach wiederholt und sich damit dauerhaft eingeredet? Oder glauben Sie bereits fest daran?

Dann wird es Zeit, diesen Satz, der Sie nachhaltig  beschränkt und behindert, wieder zu löschen – Schritt für Schritt!

Das gelingt auch fast immer – es sei denn, der Satz wurde ungenau formuliert und heißt eigentlich: „Ich will das nicht!“. Dann sollten Sie jetzt aufhören weiter zu lesen.

Ansonsten sind Ihre Chancen groß, diesen Satz, der Ihnen immer wieder Grenzen setzt, die es eigentlich gar nicht gibt, dauerhaft zu verbannen. Der Satz  beschreibt Ihre eigene momentane Einschätzung. Diese kann richtig oder falsch sein. Was sagen denn andere dazu, die Sie kennen?

Beginnen wir mit dem schlechtesten Fall: Andere bestätigen das. Hier stellt sich die Anschlussfrage: „Wollen Sie das zukünftig können bzw. beherrschen“? Ein „Ja“ öffnet Ihnen, auch innerlich, alle Tore für die Zukunft. Wir alle können lernen und haben einen Drang zur Entwicklung. Verspüren Sie das jetzt auch? Dann heißt Ihr Satz ab heute: „Ich kann das (jetzt) noch nicht!“ (Gedanklicher Zusatz: Aber bald!)

Szenario Nummer 2: Sie können etwas nur ansatzweise, viele sind jedoch wesentlich besser als Sie. Da Vergleiche deswegen gar keinen Spaß machen, behaupten Sie lieber: „Ich kann das nicht!“ und hoffen heimlich, dass Sie niemand mehr darauf anspricht. Vielleicht fehlt Ihnen einfach nur ein wenig Geschick, Geduld oder Übung … oder Sie benötigen jemanden, der Ihnen persönlich zeigt, wie Sie das einfach und erfolgreich lernen können.  Ihr passender Satz in dieser Situation sieht deswegen so aus: „Ich kann das – (aber) noch nicht so gut!“  

Machen Sie weiter! Unabhängig davon, ob Sie  erst begonnen haben oder bereits auf erstem Können aufbauen, dürfen Sie bald berechtigt zum nächsten Satz wechseln: „Ich kann das schon besser (als gestern / als vorhin etc.)!“ Wählen Sie einen passenden, ehrlichen  und motivierenden Vergleich! Bei Leistungssportlern zählt es als Erfolg, wenn sie eine Zehntelsekunde schneller sind als das letzte Mal – und bei Ihnen?

Verwenden Sie diese Formulierung einige Male und suchen Sie messbare Punkte als Vergleiche – Sie werden merken, dass das sogar Spaß macht. Dann ist an der Zeit, dass Sie sich ein persönliches Ziel setzen - das kann weit weg von weltmeisterlichen Leistungen sein, muss aber für Sie von Bedeutung sein. Dabei verinnerlichen Sie den Satz: „Ich werde es bald können!“, arbeiten daran und feiern Ihre Erfolge!

Bald werden Sie feststellen, dass Sie in den Songtext des Kinderliedes von Rolf Zuckowski einstimmen können: „Ich schaff´ das schon, ich schaff´ das ganz alleine!“

Sollten Sie an der einen oder anderen Stelle einmal Hilfe oder professionelle Unterstützung benötigen, so ist das ganz natürlich und gehört zu Ihrer Entwicklung. Wir alle haben als Kinder unsere ersten Gehversuche mit der Unterstützung beider Hände unserer Eltern unternommen, bevor wir einige Schritte an einer Hand gegangen sind. Schon kurze Zeit später erforschten wir dann die Welt alleine und unabhängig.

Ich wünsche Ihnen viele motivierende Fortschritte!

 

02.Oktober 2016   Jörg Göbertshan

geschrieben am 02.10.2016
Mediation oder Gerichtsverfahren?
Ich möchte Sie gerne auf folgenden Artikel aufmerksam machen:

http://www.123recht.net/Mediation-Grundsaetzlich-gerne,-aber-nicht-hier-__a156202.html


Dieser empfehlenswerte Artikel wurde von einem Rechtsanwalt geschrieben, der auch als Mediator tätig ist - aus meiner Sicht eine sehr interessante und aufschlussreiche Darstellung.
geschrieben am 10.01.2015
Komplimente ? ganz schn gefhrlich, oder?

Blog von Jörg Göbertshan          //  03.12.2014 //

 

 

Mögen Sie es, wenn jemand etwas Nettes zu Ihnen oder über Sie sagt?

Die Antworten hierauf befinden sich häufig in einem ausgeprägten Spagat: „Ja, aber nicht wenn…“, „eigentlich schon, aber nur …“, „es kommt darauf an“. Wie kommt es zu diesem eindeutigen „Jein“?

Offensichtlich spielen hier drei Faktoren mit:

1.    Was wird gesagt?     (hoffentlich ist es eindeutig nett!)

2.    Wie wird es gesagt?

3.    Wer sagt das?

Am meisten beschäftigt uns augenscheinlich die Frage 2 und 3 als brisante Kombination. Mit detektivischem Spürsinn versuchen wir Menschen mit irgendwelchen möglichen weiteren Absichten bereits in ihrer Gedankenwelt frühzeitig zu ertappen – was will er oder sie eigentlich? 

Darf ich nun jemandem sagen, dass er oder sie toll aussieht? Klar – solange ich alle möglichen Reaktionen unbeschadet vertrage! Diese Aussage, so ehrlich sie sein mag, ist natürlich sehr persönlich und kann schnell als plump gewertet oder als Anmache verstanden werden.

Für Anfänger geeigneter ist es, z.B. besondere Fähigkeiten einer Person positiv hervorzuheben. Erfreulicherweise sinkt für uns dabei auch das Konfliktpotential im persönlichen Umfeld, das durch Eifersucht hervorgerufen wird.

Komplimente gefallen uns offensichtlich (nur), wenn sie von jemandem kommen, von dem wir sie gerne hören möchten. Zumindest in unserem hintergründigen Deutschland – es gibt Umfragen, wonach z.B. Franzosen die Deutschen (und zwar sowohl Männlein als auch Weiblein)  für recht unfreundlich und wenig kontaktfähig halten, weil sie die Kunst des Kompliments nicht beherrschen.

Haben wir es vielleicht wirklich verlernt,                           

-       einfach etwas anzudeuten, was uns gefällt, nur um einmal etwas Nettes zu sagen und ohne jede weiterführende Absicht?

-       ein Kompliment wie einen angenehmen Duft quasi im Vorbeigehen, aber  doch intensiv als Empfänger wahrzunehmen, ggf. sogar einen kurzen Reiz zuzulassen, der dann wieder dauerhaft verschwindet?

-       einfach einmal einen kurzen Moment mit sehr positiv gefärbten Rückmeldungen über uns selbst zu genießen?

Offensichtlich sind Komplimente eine echte kommunikative Gradwanderung mit garantiertem Nervenkitzel – trauen Sie sich den nächsten Schritt zu?

geschrieben am 03.12.2014
Die Frage ohne Fragezeichen

Blog von Jörg Göbertshan - 06.11.2014:


Von einer alltäglichen Unart in der Kommunikation

 

Manche ungeliebte Dinge begegnen uns immer wieder: Die dauerrote Ampel, die nächtlich nervende Schnake (eine Art Softie – Moskito), der Stau auf der Straße bei max. 3 Schneeflocken pro qm und vieles mehr. Auch Redewendungen können dazu gehören. So hörte ich z.B. vor einiger Zeit die folgende, vor Aussagekraft strotzende Konversation:

A: Wie geht´s denn, B?

B: Es geht so!

A: Na, dann geht´s ja!

Geht´s noch? Können wir nicht besser unsere Zeit verschwenden und dem anderen einfach rein gar nichts mitteilen?

Nun aber zu der anfangs erwähnten Frage, die mich immer wieder in eine Schockstarre versetzt. Ich halte sie tatsächlich für eine der überflüssigsten Fragen der Welt:

„Hat´s geschmeckt - …“ – das verdient einfach kein Fragezeichen!

Fangen wir von hinten an: Wann wird diese Frage gestellt? Dann, wenn alles schon vorbei ist! Der Teller, auf dem sich mal ein Essen befand, wird nun spurenfrei oder mit mehr oder minder großen Rückständen abgeräumt. Kurz davor, oder auch während des Abräumens, im schlimmsten Fall kurz danach, wird Ihnen diese entscheidungsschwere Frage vorgelegt – und … was sagen Sie?

Zugegebenermaßen – die Frage verleitet Sie dazu, schamlos zu lügen. Der Fragende gibt Ihnen sowieso nur 2 Möglichkeiten: Ja oder Nein! Aber – der Fragende erwartet auf jeden Fall ein Ja. Alle andere ist brüskierend - wie sollen Sie da ehrlich antworten können?

Glücklicherweise gibt es doch eine einzige Möglichkeit, wo es funktioniert – wenn das Essen einen derartigen Freudentaumel bei Ihren Geschmacksnerven auslöst, dass sie Samba tanzen. Es sei Ihnen hierbei dann auch verziehen, dass Sie die Frage bereits folgendermaßen interpretiert haben: „Haben Ihnen Ihr Gericht und die Getränke gut / hervorragend geschmeckt“? Es schmeckt nämlich grundsätzlich immer, auch wenn es schlecht schmeckt – im Übrigen die einzige Hintertür für Ihr vielleicht belastetes Gewissen!

Was aber tun, wenn Ihnen das Essen nicht uneingeschränkt gut geschmeckt hat und das Servicepersonal alle Chancen auf ehrliche und detaillierte Rückmeldungen während Ihrer gesamten Anwesenheit als Kunde verpasst? Darf man dann wirklich erwarten, dass ich, der ich in der Fragestellung überhaupt nicht erwähnt werde, meine Eindrücke so lange sammle, gewichte und sortiere bis die erlösende 50:50 – Frage kommt?

Welche Wertschätzung bringt das Servicepersonal einem Koch gegenüber zum Ausdruck, wenn das Ergebnis seiner Arbeit auf ein „s“ zusammenschrumpft wird?  (s= es = das hoffentlich gut zubereitete Essen, auf das ich mich als Kunde gefreut habe.)

Diese Frage, die auch in guten und sehr guten Restaurants gestellt wird, zeugt davon, dass vorher vieles nicht beachtet wurde, was zu einer guten Kommunikation gehört. Mit fast jeder Art geäußerter Kritik und mit fast jedem Vorwurf kann man Kunden nachhaltig binden – Sie begeistern Kunden, wenn Sie den beanstandeten Punkt ernst nehmen und spätestens beim nächsten Mal ändern – das spricht sich herum!

Tischen Sie mir bitte nicht das Argument des Zeitmangels auf! Das kann ich nicht gelten lassen – denn diese angebliche Frage ist tatsächliche Zeitverschwendung für alle Beteiligten und hinterlässt vielleicht neben dem irritierten Geschmack auch manch eigenartiges Gefühl.

Und – hat´s geklingelt?

geschrieben am 06.11.2014
Das sagen bisherige Teilnehmer und Auftraggeber:

Ihr Vortrag zum Thema Kommunikation war toll, er hätte gerne doppelt so lang sein dürfen.

Siegrun M., W.

 

Ich habe als Abteilungsleiter einer öffentlichen Behörde schon an vielen Seminaren zum Thema Kommunikation teilgenommen – irgendwie war immer viel Ähnliches dabei. Das war heute anders: Ich habe noch nie erlebt, dass ich in 45 Minuten so fasziniert von diesem Thema war wie heute. Wo andere stundenlange ausgeklügelte Präsentationen zeigen, brauchten Sie nur zwei Seiten Flipchart-Papier und ein paar Marker – mit einem überraschenden Ergebnis.

Manchmal ist weniger eben mehr – ich freue mich auf Ihren nächsten Vortrag!

E.K., Kassel

 

(…) ich muss Ihnen nun einfach mal mitteilen, dass ich dagegen gewettet hätte, dass mich noch einmal irgendjemand für das Thema Wirtschaft begeistern würde.

Hintergrund: Ich hatte vor meiner Ausbildung schon zwei Semester Betriebswirtschaft an der Hochschule in XX (Anm.: redaktionell geändert) studiert und habe das Studium abgebrochen, weil ich es einfach nur theoretisch und öde fand. Mit dieser Einstellung habe ich auch Ihr Seminar besucht und wollte es als Pflichtübung hinter mich bringen.

Dann haben Sie aber das Thema ganz anders angefasst: Sie haben Fragen gestellt, über die ich nachdenken musste. Anscheinend schwierige Themen wurden einfach und klar dargestellt. Sie haben die Theorie mit anschaulichen praktischen Beispielen verbunden und  ich habe zum ersten Mal den Sinn hinter gewissen Vorgehensweisen verstanden. Ich muss zugeben, dass es mir nach einigen Stunden auf einmal Spaß gemacht hat.

Ich finde es toll, dass Sie Ihre Erfahrungen weitergeben und man merkt Ihnen an, dass Ihnen das Thema selbst Spaß macht.

Schade, dass es nur wenige Leute gibt, die das so vermitteln können. Machen Sie weiter so!

 

Katja S., M.

 

 

(…) Der Aufbau des Seminars war so realitätsnah, dass ich das Erlernte zu großen Teilen sofort in meinem jetzigen Beruf anwenden konnte.

 

Daniela Schmitt, M.            

 

 

Das Training war erfrischend anders – man merkt, dass Sie aus der Praxis kommen. Und man hat dabei immer das Gefühl, auf dergleichen Ebene zu sein.

Manfred M., K.

 

(…) Uns hat beeindruckt, wie Herr Göbertshan auf der einen Seite mit viel Humor und Spaß,  auf der anderen Seite mit hoher Ernsthaftigkeit und Konsequenz die Leistungen der Auszubildenden kontinuierlich gefördert hat. Seine Einschätzungen zur Leistungsbereitschaft unserer Auszubildenden waren äußerst treffsicher und stets fundiert begründet.

Eine besondere Eigenschaft von Herrn Göbertshan liegt darin, auch bisher unentdeckte Potentiale zu erkennen. Er hat mehrere Auszubildende unserer Firma aus dem unteren in das obere Leistungsdrittel geführt. Besonders erwähnen möchten wir einen Auszubildenden, der am Ende des 2. Lehrjahres mäßige bis schlechte Leistungen aufwies. Nach kurzer Zeit teilte uns Herr Göbertshan mit, dass der junge Mann seiner Meinung nach völlig unterfordert sei – diese Einschätzung konnten wir nicht teilen. Nachdem wir eine Vorgehensweise mit Herrn Göbertshan abgestimmt hatten, war der Auszubildende innerhalb weniger Wochen nicht wieder zu erkennen: Er verbesserte seinen Notenschnitt bis hin zu Bestnoten, übernahm eigenverantwortlich kleine Projekte innerhalb der Firma, absolvierte als einer der Besten die Kammerprüfung und gehört heute zu unseren Nachwuchsführungskräften.

Wir hoffen, auch zukünftig Herrn Göbertshan bei Bedarf für Trainingsprojekte gewinnen zu können.

N.U., Leiter Aus- und Weiterbildung

 

Es hat sich aus meiner persönlichen Sicht gelohnt ein Coaching durchzuführen, da ich vieles für meinen beruflichen Lebensweg dazu gelernt habe. Ich empfehle das Coaching weiter und war durch die Zusammenarbeit mit Herrn Göbertshan positiv überrascht.

Sarah D., F.

 

(…) Meine persönlichen Erkenntnisse aus diesem Coaching sind für mich im Berufsleben nun unverzichtbar.

 

Sarah M, Frankfurt

geschrieben am 30.10.2014
Zukunft Handwerk
Ich freue mich darauf, an den 7. Unternehmertagen als Referent teilzunehmen - zusammen mit vielen interessanten Persönlichkeiten!
Weitere Infos finden Sie unter:

http://www.zukunft-handwerk.de/zukunft-handwerk/index.php?option=com_content&view=article&id=288&Itemid=547&lang=de


geschrieben am 24.10.2014
Menschliche Arbeit : Das fnfte Rad am Wagen?

Blog von Jörg Göbertshan   /  17.10.2014  /

 

In einer kaufmännischen Ausbildung oder einem betriebswirtschaftlichen Studium lernen wir, dass es verschiedene Produktionsfaktoren gibt (z.B. Boden, Arbeit, Kapital, Bildung). Durch Kombination dieser Produktionsfaktoren entsteht dann eine wirtschaftliche Leistung, z.B. ein Produkt.

Soweit – so gut. Klingt vernünftig und nachvollziehbar: Nur wenn der Bauer die Schippe in die Hand nimmt, die Erde umgräbt, etwas sät und es pflegt, darf er eine Ernte erwarten. Da nickt sogar unser Gerechtigkeitssinn, obwohl man sich das Leben auch angenehmer vorstellen kann.

Es klingt alles nach einem naturgegebenen geregelten Ablauf ... weit gefehlt!  Die Regeln, die unser Handeln bestimmen, werden dort mit keinem Wort erwähnt: Wirtschaftliche Entscheidungen basieren häufig auf Erwartungen der Kapitalanleger und der Gesetze.

Dabei müsste sich fast jeder bei dem Wörtchen „Kapitalanleger“ ertappt fühlen: Uns interessiert also in erster Linie das Kapital, z.B. Maschinen – nicht die Menschen. Selbst wenn Sie keine Maschinen und auch keine Aktien besitzen - vielleicht haben Sie eine Versicherungspolice oder eine Geldanlage bei Ihrer Bank? Wissen Sie, wo Ihr Geld dann angelegt wird? Das dürfte nicht schwer zu erraten sein.

Kommen wir zu den Gesetzen: Ein Unternehmer, der eine Maschine kauft, muss in seiner Bilanz etwas eintragen: Anlagevermögen. Hier wird der gesamte Wert der Maschine dokumentiert.

Nehmen wir an, dass dieser Unternehmer gleichzeitig einen wichtigen Mitarbeiter einstellt. Suchen Sie ihn auch im Anlagevermögen? Fehlanzeige! Da sind Sie völlig falsch - Sie finden ihn in den Kosten! Hat der Mitarbeiter keinen Wert? Oder scheuen wir uns vor der Bewertung? Oder passt er etwa nicht zu dem Begriff des Anlagevermögens, da dieses dem Betrieb langfristig zur Verfügung stehen soll?

Im Gegensatz zu einer Maschine kann der Mitarbeiter mit zunehmender Erfahrung oder durch zielgerichtetes Training im Lauf der Jahre sogar eine Wertsteigerung mit sich bringen – das ist aber in unserem System nicht vorgesehen. Eine Ausnahme bildet hier offensichtlich der Fußball: Dort werden Stars mit einem Marktwert gehandelt, der für jedermann auf der Titelseite der Tageszeitungen in nicht übersehbarer Schriftgröße zu lesen ist. Bleibt das die Ausnahme oder ist das der Anfang einer neuen Sichtweise des Produktionsfaktors „menschliche Arbeit“?

Können Sie sich vorstellen, dass Sie zukünftig  „Bildungsanleger“ sein könnten? Dann würden Sie in die Bildung anderer Menschen investieren und mit gutem Gewissen an deren Erfolg profitieren. Auf Dauer würden Sie genau dort Ihr Geld anlegen, wo es zur größtmöglichen Entwicklung beiträgt. Das ist im Übrigen nicht meine Erfindung, sondern wurde schon früher an vielen Fürstenhöfen praktiziert.

Ist es Zeit für eine Renaissance?

geschrieben am 17.10.2014